Portrait-Arm-verschraenkt-oBeruf ohne Berufung

Ich habe einen klassischen Weg ins Berufsleben eingeschlagen. Schulausbildung, Abitur, Lehre in einem Zeitungsverlag. Danach Anstellung bei demselben. Während mehrerer Stationen in unterschiedlichen Unternehmen – im Vertrieb und der Verwaltung – habe ich mich berufsbegleitend zum Marketing-Betriebswirt (VWA/DMV) weitergebildet.

Als ich – fragen Sie mich nicht wie – im Verkauf eines Herstellers für Spezialbaustoffe gelandet war, holte es mich erstmalig aus meinem Trott – burn out. Es war mir nicht weiter möglich dort zu arbeiten. Mein damaliger Arbeitgeber war verständnisvoll und stellte mich frei. Irgendwann fiel dann beiderseitig die Entscheidung, dass das Arbeitsverhältnis gelöst werden müsse. Ich war meine Arbeit los.

Nachdem ich wieder soweit „gesundet“ war und ich mich auf angebotene Stellen beworben hatte, erhielt ich ein Angebot von einer Werbeagentur.  Ich weiß es noch, als sei es erst gestern gewesen. Der Personalleiter rief mich an. „Wir haben mehrere Bewerber auf die Stelle und Ihre Gehaltsforderungen können wir nicht umsetzen. Wenn Sie sich vorstellen könnten für 500,- DM weniger zu arbeiten, können wir gern einen Gesprächstermin ausmachen.“,  bot er mir an. Da ich eine Familie hatte, musste ich mich darauf einlassen. Ich arbeitete also in dieser Agentur für wenig Gehalt und war nach einigen Monaten zum „All-round-Mitarbeiter“ abgestiegen: neben der Agentur-Tätigkeit war ich verantwortlich für die Papierbestellung der Firma und – kaum zu glauben – für die Bestellung von Büro-Material. Textmarker, Radiergummis und Bleistifte gehörten fortan zu meinem Aufgabenbereich. Karriere sieht anders aus.

Eines Tages sah ich aus dem Fenster. Es war bewölkt. […] Ich dachte bei mir: „Dieser Marketing-Kram, die Werbe-Fuzzis und der ewig die Lieferanten erpressende Einkauf können es doch nicht sein.“ Und ich entschied meine kaufmännische Laufbahn zu unterbrechen. Ich kündigte.

„Was können wir tun, damit Sie bei uns bleiben? Wie viel müssen wir Ihnen an mehr Gehalt geben, damit Sie Ihre Entscheidung überdenken?“ fragte mich derselbe Personaler, der mich 2 Jahre zuvor um 500,- DM heruntergehandelt hatte.

„Es gibt Dinge, die sind unbezahlbar.“ Verabschiedete ich mich und kündigte.

Der Gärtner

Es gibt ein chinesisches Sprichwort: Willst du für eine Stunde glücklich sein, so betrinke dich. Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate. Willst du für acht Tage glücklich sein, so schlachte ein Schwein und gib ein Festessen. Willst du aber ein Leben lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten.

[…]  [Autor: Was dieses Sprichwort mit einem wichtigen Abschnitt in meinem Leben zu tun hat? Das lesen Sie im Report, wenn er veröffentlicht worden ist]

Der totale ZusammenbruchPortrait-seitlich-sw-aqua

Eines Tages stand ein Mann im Anzug mit einem Koffer vor Herrn Slotzeks Tür. „Guten Tag. Sind Sie Herr Slotzek? Dann darf ich Ihnen mitteilen: Sie haben im Lotto gewonnen.“ Slotzek war außer sich vor Freude. Er bedankte sich für die Nachricht, schloss die Tür und machte sich erst einmal eine Flasche Bier auf. Gerade als er den ersten Schluck nehmen wollte, klingelte es erneut. Ein Postbote stand vor der Tür. „Sind Sie Herr Slotzek? Dann habe ich ein Einschreiben für Sie.“ Slotzek quittierte das Einschreiben nahm den Brief und ging in die Küche. Nachdem er sich gesetzt hatte, öffnete er den Brief und las: „Mein lieber Mann, ich habe einen anderen Mann gefunden und verlasse dich. Die Möbel und alles andere kannst du behalten.“ Slotzek lächelte und dachte: “Wenn es einmal läuft, dann läuft es.“

So ähnlich erging es mir zu dieser Zeit nur mit dem Unterschied, dass der Mann mit dem Lottogewinn ausgeblieben ist und dafür vier Briefträger mit schlechten Nachrichten an meiner Tür klingelten. Der erste brachte den Brief, in dem stand, dass ich wahrscheinlich meine Stellung verlieren würde. Der zweite brachte den Brief, in dem stand, dass meine Frau mich verlassen wolle. Der dritte Brief enthielt die Neuigkeit, dass ich mein Haus verlieren würde. Der vierte Brief beschrieb, dass meine zwei Kinder zukünftig bei meiner Exfrau leben würden und ich sie alle 14 Tage sehen könne.

Damit waren vier Lebensbaustellen aufgerissen, die mich komplett aus der Bahn geworfen hatten. Der totale Zusammenbruch war die Folge.

Das war nun doch etwas viel. Ich musste etwas in meinem Leben ändern. Das wusste ich. Ich wusste nur nicht was. Über mehrere Monate arbeitete ich an meiner Lebenseinstellung. Das Ergebnis war, dass ich eine neue Sicht auf die Dinge bekam und erstmalig eine echte Perspektive.

Du nimmst dich immer mit

Wenn man sein bisheriges Leben verlässt und etwas ändert, muss man aufpassen, dass man am richtigen Ende anpackt. Manchmal ist es wichtig sich selbst zu hinterfragen und seine Einstellung zu den Dingen zu verändern. Denn liegt der Fehler in einem selbst und wechselt man zum Beispiel den Wohnort oder den Beruf oder als Selbständiger das Geschäft, dann nimmt man das Problem immer mit. Denn du nimmst dich immer mit. […]

Galere der Berater

Im Jahr 2009 wurde ich angestellter Berater bei einem kleineren Beratungsunternehmen für Qualität und Managementsysteme. Ich wurde direkt eingesetzt, die Einarbeitung reduzierte sich auf einen Tageslehrgang über Qualitätsmanagement und training on the job. Ich war froh endlich ans Ruder zu kommen und merkte nach 1 ½ Jahren, dass ich auf einer Galere arbeitete.

Ich fuhr ein Auto, das ich mir persönlich nie hätte leisten könnte. Ich beriet Unternehmer, Inhaber und Unternehmensleitungen. Doch am Ende des Geldes blieb einfach noch zu viel Monat übrig. Ich hatte damals einen Nettolohn, der durch die vielen Arbeitsstunden im Monat derartig niedrig war, dass kein vernünftiger Mensch länger für dieses Gehalt gearbeitet hätte. […]

Die Entscheidung

Eines Tages fuhr ich zu einem Audit-Termin zu einem Kunden. Der Kunde begrüßte mich, lächelte mich an und sagte: „Herr Bösebeck, ich hatte eigentlich schon den Briefumschlag für Sie fertig gemacht mit dem Beratungshonorar und wollte Sie wieder direkt nach Hause schicken.“ Was war geschehen? Das erste Mal, dass ein Kunde unzufrieden war oder dies in dieser Form geäußert hatte. Es kam heraus, dass die Firma bei der ich arbeitete, sehr aggressiv auf Kunden zuging, wenn die Zahlung ein oder zwei Tage über dem Termin lag. Der Kunde wollte daraufhin die Geschäftsverbindung lösen. Nach einem klärenden Gespräch führte ich die Beratung durch. Auf der Rückfahrt dachte ich nach. Irgendetwas lief nicht richtig.

Ich kam nach Hause und berichtete meiner Frau von dem Erlebnis. Und ich entschied, mich selbständig zu machen. Ich bin noch heute meiner lieben Frau dankbar dafür, dass sie die gemeinsame Entscheidung bis auf den heutigen Tag mit mir teilt und mich darin unterstützt. Denn diese Entscheidung bedeutete weniger Sicherheit und mehr Risiko, längere Arbeitszeit. Ich kündigte also und machte mich selbstständig. Da ich noch nicht lange im Unternehmen war, hatte ich eine Kündigungszeit von 4 Wochen. Ich wurde freigestellt und wusste, dass ich nach dieser Zeit kein Einkommen mehr haben würde.

Selbstständig – selbst und ständig.

Selbstständigkeit ist ein Abenteuer. Jeden Monat, jeden Tag. Entscheidungen sind zu treffen. Konnte ich als Angestellter noch kurz- oder mittelfristig planen, waren diese Planungen für die Freiberuflichkeit kein ausreichendes Mittel mehr. Es musste eine langfristige Planung her und mehr noch eine Vision, ein Ziel wie es in ferner Zukunft einmal aussehen sollte. Denn daher kommt die Motivation für jeden Tag. […]

Vision

Was ist eine Vision und welchen Wert hat eine Vision? Meine Vision war, etwas Unmögliches zu schaffen. In unserer Branche sind neben Beratungsunternehmen sehr viele Einzelkämpfer unterwegs. Ich war ein Einzelberater und wollte mit Kollegen in einem Team zusammen arbeiten. So gründete ich 2011 direkt das Beratungsnetzwerk büro-X.org. Damals waren wir das kleinste Netzwerk der Welt – zwei Berater.

Start-up in der dritten Dimension

Wir sind immer ein start-up geblieben. Jeden Tag, jeden Monat gibt es neue Entwicklungen und unsere Organisation passt sich ständig an. Dabei haben wir erreicht, dass die Changeability unseres Beratungsnetzwerkes sehr hoch ist, dass unsere Struktur bei all den Veränderungen erhalten bleibt. Wie das geht? Auch darüber will ich schreiben.

LogoX_originalMai 2011. Wir haben als das kleinste Netzwerk Deutschlands angefangen – zwei Berater für Management-Systeme. Die Vision, die wir seither leben ist, dass wir ein Team aus freiberuflichen Beratern, Dienstleistern bilden, die bisher als „Einzelkämpfer“ auf ihren Märkten unterwegs waren. Welche Entwicklung das nehmen würde, wussten wir damals noch nicht.

Heutige Zahlen zeigen, was wir erreichen konnten: Derzeitig (Stand: 07.2013) über 76 Berater, Dienstleister und andere Freiberufliche oder Selbständige – darunter mehrere Netzwerke mit weiteren Mitgliedern.

Damit betreuen unsere Partner ca. 8.000 KMU-Unternehmen. Wir sind in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und im Norden über Hamburg vertreten.

9001_2008_COLORWir arbeiten seit Beginn des Netzwerkes erfolgreich mit akkreditierten Zertifizierungsgesellschaften zusammen und büro-X.org ist im Mai 2012 – gerade einmal ein Jahr nach Gründung – nach dem international gültigen Qualitätsstandard DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert worden.LogoX Wir haben uns damals für eine Zertifizierungsgesellschaft entschieden, die besonders gut zu unserem Netzwerkgedanken passt.

Seit Herbst 2012 gibt es den Vertriebsbereich, der sich um operatives Marketing, Werbung und Vertrieb kümmert. Über Vertrieb.Büro-X.org werden Produkte und Dienstleistungen unserer Kunden, aber auch unserer anderen Partner, vermarktet.

logoIm Februar 2013 wurde für alle Kreativen im Netzwerk ein eigenes Cluster gegründet. Über form-büro.de wurden Grafik-Designer, Videoproduzenten, Texter und logo-txtWerbeagenturen in einer „virtuellen Werbeagentur“ zusammen geführt. Damit haben wir für unsere Kunden eine Lücke geschlossen und sind in der Lage, Marketing, Vertrieb und Werbung aus einer Hand anzubieten.

Im März 2013 wurden die ersten Berater registriert. Registrierte Berater genießen im Netzwerk besondere Vorteile. So dürfen diese mit der Netzwerkmarke werben, werden im Marketing und Vertrieb unterstützt und werden in exklusiven Akquiseprojekten mit Aufträgen bedacht.

Seit Juli 2013 gibt es die Akademie X. Unsere Lern- und Lehrplattform für Wissensaustausch und –vermittlung. Die Qualifikation von Mitarbeitern und Führungskräften zu den Themen Management, Organisation, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt u. a. sind Aufgaben von Akademie X. Die konsequente Entwicklung von blended learning – Angeboten, die individuell auf die Kundenbedarfe zugeschnitten sind – gehört ebenfalls zu den Aufgaben.AKADEMIE-X-Banner

Wir entwickeln neue Beratungsthemen und –produkte. Damit unterstützen wir unsere Partner und geben unseren Kunden die Möglichkeit, auf ein aufeinander abgestimmtes System zurück zu greifen.

Ein durch uns bereits seit Dezember 2011 besetztes Thema ist das Zertifikatsmarketing. Seitdem entwickeln wir das Konzept, mit dem der Berater und die Kunden Werkzeuge zur optimalen Vermarktung ihrer Zertifizierungsbemühungen an die Hand bekommen, stetig weiter.

Wir führen intensiv social media marketing und sind auf den gängigen Plattformen vertreten, nutzen Blogs und geben ein eigenes Netzwerkmagazin mit Fachartikeln und unterschiedlichen Titelthemen heraus.

Warum nenne ich es die dritte Dimension in der Beratung? Es gibt zwei etablierte Dimensionen auf dem Beratungsmarkt – die Beratung durch Einzelberater und durch Unternehmensberatungen. In unserem Netzwerk bieten wir die Individualität und Flexibilität des Einzelberaters mit den Vorzügen einer stabilen Organisation an und überwinden damit die Nachteile großer Organisationen.

Wir leben unsere Vision. Jeden Tag. Und arbeiten konsequent daran, dass unsere Teammitglieder ihre persönlichen und beruflichen Ziele erreichen. Dabei ist grundsätzlich jeder herzlich Willkommen und wird seinen Platz hier finden – ganz gleich, ob als Kooperationspartner, als registrierter Partner als Lieferant oder Kunde. Das gemeinsame Ziel ist: Jeder soll seinen Erfolg erreichen können.

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Ich lade Sie herzlich ein, ein eigenes Kapitel in dieser Geschichte zu schreiben und inspiriere Sie gern dafür jeden Tag.

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