ISO 9001:2015 – die nächste Änderung kommt bestimmt


Die DIN EN ISO 9001 wird überarbeitet. Der aktuelle Stand 2008 unterschied sich von dem aus 2001 in nur wenigen Punkten. Die Veröffentlichung soll laut ISO-Arbeitsgruppe im letzten Quartal 2014 erfolgen.

Neuer Wein in alten Schläuchen?

weinprobe-online-02Welche Anforderungen die ISO 9001:2015 enthalten wird, ist schon „durchgesickert“. Es soll weitreichende strukturelle Veränderungen geben.

Seit 2012 müssen alle technischen Komitees bei der Entwicklung für Managementsystem-Normen dieselbe Struktur, Begriffe und Definitionen verwenden. Auch in der „neuen“ 9001 wird dieses Format umgesetzt.

Zehn.

  1. Anwendungsbereich
  2. Normative Verweisungen: Beide Abschnitte enthalten normspezifische Formulierungen; definieren Ziele.
  3. Begriffe und Definitionen: die wichtigsten der Anlage SL sowie für das Qualitätsmanagement-System (QMS)
  4. Umfeld der Organisation: Anforderungen zum Verständnis der Organisation, die das QMS umsetzt, Erwartungen der interessierten Kreise und den Anwendungsbereich des QMS.
  5. Leitung: Verpflichtung der obersten Leitung, die Leitlinien des QMS sowie organisationsinterne Funktionen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse.
  6. Planung: Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen, Ziele des QMS und Planungen, diese umzusetzen
  7. Unterstützung: Die notwendigen Ressourcen für das QMS, Kompetenz und Bewusstsein der Mitarbeiter, Kommunikation und dokumentierte Information
  8. Betrieb: Betriebliche Planung und Lenkung
  9. Leistungsbewertung: Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung, internes Audit und Überprüfung durch die Leitungsebenen
  10. Verbesserung: Nichtkonformität, Korrekturmaßnahmen und ständige Verbesserung

Der Text ist nach der Anlage SL verbindlich und enthält einige Änderungen von Formulierungen. So ersetzt z. B. der Begriff „dokumentierte Information“ die bisherigen „Dokumentation“ und „Unterlagen“. Darüber hinaus gibt es keine besonderen Anforderungen an „vorbeugende Maßnahmen“. Die Norm stellt zwar klar, dass eines der Hauptziele jedes Managementsystems darin besteht, der Nichtkonformität vorzubeugen. Dennoch können „vorbeugende Maßnahmen“ auch in der endgültigen Version der ISO 9001:2015 noch enthalten sein.

Die Anlage SL schreibt vor, dass Organisationen ihre Risiken bestimmen müssen. Dies soll sicherstellen, dass ihr Managementsystem seine Ziele erreichen, unerwünschte Wirkungen verhindern oder verringern und die Prozesse ständig verbessern kann. Jede Norm für Managementsysteme kann ihre spezifischen Risiken definieren. Daher ist es durchaus möglich, dass auch die ISO 9001 Regeln bspw. zur Konformität von Produkten, Dienstleistungen oder zur Kundenzufriedenheit definiert.

Stand der Dinge

Mit heutigem Stand kann man mit Sicherheit voraussagen, welche zusätzlichen Inhalte die ISO 9001:2015 enthalten wird – inwieweit sich dies auf die vorhandenen Systeme auswirkt bleibt abzuwarten. Reine Spekulation. Ende 2014 (dem dem Schlussentwurf) werden voraussichtlich die Planungen für Prozess-/Verfahrensänderungen oder Übergangsregelungen für die Zertifizierung feststehen.

Keine Panik

Die ersten Stimmen werden laut. „Kollegen“ nehmen den Ball auf und die Neurevisionierung zum Anlass, um ihre Beratungsleistung zu platzieren. Aus eigener Erfahrung möchte ich den Tipp geben: halten Sie sich an Ihre Beraterin oder Berater und stellen Sie gemeinsam mit ihnen ein Konzept zur Anpassung auf, schnelle Entscheidungen kosten unnötig und sind nicht effektiv.