Was macht ein solcher Ertragsteigerer, Kundenbegeisterer oder  Motivationsförderer? Bestenfalls genau das, was er mit seinem Fantasie-Titel verspricht: Er steigert Erträge, begeistert Kunde und fördert die Motivation.

Ertragsteigerer*

Er verspricht, Ihre Erträge zu steigern. Soweit so gut. Insofern er oder sie sich ausschließlich erfolgsorientiert entlohnen lässt, ist das eine feine Sache. Schwierig wird es, wenn in diesem Zuge noch weitere Geschäfte angeboten werden, die angeblich zur Ertragssteigerung dienen sollen. Denken Sie daran: ein Ertragsteigerer steigert natürlich auch seinen eigenen Ertrag. Ertragsteigerer wollen Kosten senken und zusätzliche Umsätze schaffen. Das zweite schaffen Sie durch klassische Vertriebsarbeit. Das erste mit einem vertrauten Blick in die Bücher Ihres Unternehmens. So gesehen ist ein Ertragsteigerer eine ganz geschickte Sache. Er sieht, was Sie wo ausgeben, empfiehlt Ihnen in andere Geschäfte zu investieren.

Was nicht passt, wird passend gemacht. Keine Argumentation ist dünn genug, um zu beweisen, dass alles der Ertragsteigerung dient. Deshalb schauen Sie, bevor Sie den Auftrag vergeben, dass Sie sich möglichst umfangreich informieren. Wie?

Durch Recherche im Internet erhalten Sie bereits einen umfangreichen Einblick in die aktuelle und vergangene Tätigkeit. Die google-Suchmaschine liefert dort wertvolle Hinweise. Verlassen Sie sich niemals allein auf die Website – schauen Sie dort aber nach Referenzen. Und es gilt: prüfen Sie stichpunktartig einige der Referenzen.

Angebliche Vertriebsexperten können sich Ertragsteigerer nennen, für Buchhalter ist das schon schwieriger. Es wird kaum einem solchen Experten gelingen, die breite Spanne zwischen diesen beiden Extremen professionell abzudecken. Braucht er streng genommen auch nicht, handelt es sich doch bei den selbst kreierten Berufsbezeichnungen nur um Kunstworte, die plakativ machen wollen, was die Profession des Anbieters ist. Mit seiner Leistung hat das erst einmal nichts zu tun.

Kundenbegeisterer*

Sie versprechen, Ihre Kunden zu begeistern. Kennt er Ihre Kunden? Hat er Branchenerfahrung? Schauen Sie sich – wenn möglich – immer Veranstaltungen (oder eben Aufzeichnungen davon) an. Vor dem Auftrag bitten Sie um ein Konzept. Dieses kann erst einmal recht grob und vage formuliert sein, ist das nicht ausreichend teilen Sie Ihren Auftrag doch und beauftragen Sie in einem ersten (kleinen) Schritt die Konzepterstellung. Erst wenn Ihnen dieses zusagt, vergeben Sie den Gesamtauftrag. Schauen Sie sich beim Kundenbegeisterer genauso wie beim Ertragsteigerer die Vita an. Was hat er die letzten Jahre gemacht? Welche Ausbildung hat er und gibt es dafür haltbare Nachweise? Ich habe durch unser Netzwerk seit 2011 soviele Menschen kennen gelernt. Und glauben Sie mir: es ist nicht alles so wie es scheint. Ganz besonders die, die großspurig auftreten, haben oftmals Schwierigkeiten echte Erfolge vorzuweisen, wenn es „an die Arbeit“ geht. Das stellen Sie aber erst im Projekt oder danach fest. Ansonsten gilt das Gleiche wie beim Ertragsteigerer: Recherche, Recherche, Recherche.

Motivationsförderer*

Warum beauftragen Sie einen Motivationsförderer? Weil Sie annehmen, dass eine externe Person die Menschen motivieren kann, die in Ihrem Unternehmen oder Team sind. Das kann funktionieren. Den richtigen Trainer zu finden ist nicht einfach. Die Branche der Coaches ist unüberschaubar. Da gibt es Vereinigungen und Verbände und natürlich eine große Anzahl „freier Radikaler“, die auf dem Markt umherschwirren. Ich kann auch hier nur noch einmal betonen: legen Sie größten Wert auf die Recherche. Vergeben Sie Teilaufgaben des Projektes. Das minimiert das Risiko.

* Ähnlichkeit mit Personen, die sich solche Bezeichnungen geben, sind zufällig und nicht beabsichtigt. Es handelt sich im Rahmen dieses Artikels nur um Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Haben Sie auch schon einmal den einen oder anderen kennen und/oder schätzen gelernt? Ich bin gespannt. Schreiben Sie Ihre Erfahrungen einfach in den Kommentar unter diesem Artikel.