Ein Samstag im Oktober verändert alles


Zuerst wollte ich gar nicht hin. Wieder eines dieser Events, die einem das Wochenende stehlen, die Zeit, die man sich lieber nimmt, um sich von den Anstrengungen der Woche zu erholen. Einfach einmal nichts tun, nicht auf der Straße unterwegs sein, nicht im Hotel übernachten. Doch es sollte anders kommen.

Wir sind am frühen Abend losgefahren. Ein kleiner Rollkoffer, eine Tasche mit Essen, Wasser und der Laptop. Mehr nicht. Außer der Skepsis vielleicht, dass dieses Event reine Zeitverschwendung sein könnte.

Nach über 2 Stunden Fahrt sind wir angekommen. Das Hotel freundlich, offen und ganz nach unserem Geschmack – nicht zu sehr over-styled. Mehr ein souveränes Auftreten, das den Charme eines gehobenen Lebensstils präsentiert. Ob sich das auch bestätigen wird?

Die Begrüßung ist ein großes „Halli-Hallo“, Umarmungen, Lächeln. Wir beziehen das Zimmer – eine dieser auf chic getrimmten Kojen, in denen man sich auf große Fahrt in ein neues, kleines Abenteuer begibt. Etwas mehr als praktisch und durchaus gemütlich. Die anderen sind unten in der Bar.

Begrüßung, die Zweite. Nur mit anderen Personen. Eine Bekannte meiner Frau umarmt mich, freut sich, dass ich da bin (später erfahre ich durch ihr permanentes Gebelle, dass sie erkältet ist – toll, vielleicht nehme ich nach dem Wochenende noch mehr mit als nur Wissen. Eine Tatsache, die ich gerade jetzt besonders gut gebrauchen könnte *Sarkasmus off*).

Der Abend ist kurz, die Fahrt zollt ihren Tribut. Ich bin müde. Und tue das, was ich in Hotelzimmern am besten kann: nicht schlafen können. Ich wälze mich also eine zeitlang hin und her, schalte den Fernseher ein (eigentlich ein Garant dafür, dass ich irgendwann die Guckluken schließe, nur heute nicht). Und dann klebe ich mir unsere Patches, um einfach schneller zur Ruhe zu kommen. Es klappt. Ich schlafe tief und fest.

Am nächsten Morgen gehen wir nach dem Frühstück direkt zum Event. Mein Frühstück besteht aus einer Tasse Kaffee und heißem Wasser. Seit etwa drei Wochen rücke ich meinen Überpfunden zu Leibe – erfolgreich – und fange erst um die Mittagszeit mit meiner ersten Mahlzeit an.

Wir gehen ins Untergeschoß des Hotels, der Weg ist ausgeschildert. Aus der Menschenmenge heraus stürzt ein kleiner Mann auf mich zu. „Stefan, ich habe Deine Telefonnummer verlegt“, begrüßt er mich und zückt direkt sein Handy. Ich gebe ihm meine Nummer (obwohl ich gar nicht weiß, warum) Ehrlicherweise sollte ich sagen: „Dann brauchst du meine Telefonnummer wohl auch nicht“, um mich dann umzudrehen und zu gehen. Aber ich bin höflich oder müde oder beides.

Aber ich merke, dass es nicht lange dauert, bis der kleine Mann mir etwas verkaufen will. Erstens ich bin nicht im Käufermodus und zweitens ist die Empfehlung, die er mir gerade gibt, ein bekannter Name, den ich nicht gut in Erinnerung habe. Treffer, versenkt. Ich bin froh als er das Weite sucht und jemand anderen nervt.

Details über das Event würden zu weit führen. Aber ein paar Highlights dennoch. Der erste Workshop wird von Henrik Brockmann geleitet – facebook-Marketing. Tanja, Andreas und ich selbst hatten uns aufgeteilt, um beide parallel laufende Workshops besuchen zu können (der andere workshop war durchaus auch interessant – irgendwas mit Direktkontakten). Ich bin nicht recht überzeugt, lasse mich dennoch darauf ein. Henrik präsentiert toll, mitreißend und interessant. Ich höre viele Dinge nicht zum ersten Mal, aber Wiederholung schadet bekanntlich nicht.

So geht das den ganzen Tag über weiter. Ein workshop nach dem anderen – bis abends um viertel nach zehn. Zum ersten Mal habe ich den Verdacht, dass es gut gewesen sein könnte, doch hier hin zu fahren. Ich schweige. Nicht zuletzt weil Tanja maßgeblich dafür gesorgt hat, weil sie nicht locker gelassen hat. Und was wäre das für ein Eingeständnis?

Der nächste Tag war mit weiteren Vorträgen gefüllt. Highlight ganz sicher Alex Fischer – der Mann, der auf 450 Seiten erklärt, wie man „Reicher als die Geißens“ wird. Viel Input, viel Inspiration. Danach sind dann auch bei mir alle Dämme gebrochen. Den Veranstalter und Geschäftsführer von networxvision habe ich in einer Pause beiseite gezogen. „Hey, Patrick. Cooles Event. Ich hab zwar keine Lust gehabt, aber ich bin begeistert, was ihr hier auf die Beine gestellt habt. Klasse.“

Die Rückfahrt kam irgendwie zu früh. Gern wären wir noch geblieben (glücklicherweise wurde das Event online übertragen, so dass wir den übrigen Vorträge noch folgen konnten).

Die Impulse haben unter anderem dazu geführt, dass ich eine Idee bekommen habe, was ich tun möchte. Eine Idee, die ich mit möglichst vielen anderen Menschen teilen möchte, die ähnlich denken wie ich. Aber das ist eine andere Geschichte.