DIN EN ISO 9001:2015 – was sind eigentlich interessierte Parteien?!


Interessierte Parteien. Was soll das sein? Und wer gehört dazu? Ist das etwas völlig Neues? Nein. Ein paar der interessierten Parteien kennen Sie – eigentlich alle. Und Sie werden sich bei der folgenden Abhandlung mehrfach mit der flachen Hand vor die Stirn schlagen (für die folgenden Kopfschmerzen entschuldige ich mich jetzt schon).

Teilen wir doch erst einmal die interessierten Parteien ein – z.B. in interne und externe. Zu den internen zählen wir die Mitarbeiter, die Führungskräfte, das Management und die oberste Leitung.

Die externen interessierten Parteien sind umfangreicher. Dazu gehören zum Beispiel

  • Banken und Versicherungen
  • Lieferanten und Dienstleister
  • Behörden, z.B. das Finanzamt, das Gewerbeamt und andere
  • Berufsgenossenschaft
  • Kunden

Vielleicht fallen Ihnen selbst auch welche ein, die in Ihrer Branche typisch sind. Warum will aber der Normgeber, dass Sie sich Gedanken über diese Parteien machen? Reichen Kunden und Lieferanten nicht aus? Und wieso könnte sogar Ihr Nachbar eine interessierte Partei sein, die Sie berücksichtigen sollten?

Gehen wir einmal davon aus, dass jede dieser Parteien ein unterschiedliches Interesse an Ihnen hat. Kunden möchten professionelle Beratung und Top-Produkte, einen guten Service und freundliche Mitarbeiter. Der Lieferant möchte pünktlich bezahlt werden, eine eindeutige Bestellung von Ihnen und das Finanzamt wünscht sich, dass Sie Ihre Zahlen ordnungsgemäß und vollständig abliefern, während die Berufsgenossenschaft möchte, dass Sie die Beiträge pünktlich zahlen und Ihre Mitarbeiterzahl korrekt melden. Banken wollen, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen, viel Geld auf dem Konto haben und trotzdem einen Kredit führen (so verdienen sie am meisten).

Neben der Frage, ob es sich hierbei um berechtigte oder unberechtigte Anforderungen handelt, können wir festhalten: jede Forderung zieht ein Risiko und eventuell eine Chance nach sich. In jeder Forderung steckt also erst einmal Potenzial. Ein einfaches Beispiel mag das verdeutlichen.

Kunden wünschen sich professionelle Beratung. Trotzdem gibt es Kunden im Einzelhandel, die dann den Laden verlassen und im Internet billiger bestellen. Den Geschäftsinhaber mag dies ärgern, aus Sicht der Norm ist dies ein völlig emotionsloser Vorgang.

Die Anforderung der interessierten Partei Kunde ist professionelle Beratung. Die Chance, die darin steckt, ist, dass die Kundenbindung verstärkt wird und der Kauf im Laden durchgeführt wird. Das Risiko, das darin steckt, ist, dass der Kunde das Know-How des Verkäufers abgreift und mit diesem neu hinzugewonnen Wissen im Internet billiger kauft (und damit die online-Konkurrenz stärkt).

Macht es also Sinn, sich verstärkt über solche Zusammenhänge Gedanken zu machen? Ich meine ja. Vieles wird Ihnen dabei selbstverständlich vorkommen. Aber vielleicht auch nicht alles. Bleibt noch die Frage, wie Ihr Nachbar zu einer interessierten Partei werden kann.

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Lackiererei, einen holzverarbeitenden Betrieb oder eine Stahlschmiede. Zwangsläufig produzieren Sie Emissionen z.B. in Form von Lärm, Abgasen oder Stäuben. Wenn Sie sich nicht hinreichend in der Vergangenheit mit diesem Thema befasst haben, wird Sie Ihr Nachbar schon irgendwann darauf hinweisen (z.B. durch die Umweltbehörden), dass er ein Interesse an Ihnen hat (wenn sich das eben auch positiver anhört als es tatsächlich ist).

Wie stellen Sie jetzt dies möglichst einfach dar? Nun, dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und es würde zu weit führen, diese hier komplett darzustellen. Ich denke, dass jeder, der mit MS Office umgehen kann, dies innerhalb von einigen wenigen Stunden umgesetzt hat.

Viel Erfolg.

Infos auch über Umstellung auf DIN EN ISO 9001:2015 (hier klicken) – lesen Sie von den fünf häufigsten Irrtümern, wenn es um die Umstellung geht!

www.stefan.bösebeck.de