Die Welt ist ein Karton – neun von zehn Menschen bemerken es nicht.


Living in a box

In den 80er Jahren gab es diese Popband aus Großbrittanien. Ein Sänger/Gitarrist, ein Schlagzeuger und ein Keyboarder. Vielleicht klingt es dem einen oder anderen noch im Ohr „We are living in a box“ (Link). Die leichtfüßige Tanzmusik täuscht ein wenig über das Disaster hinweg, in dem neun von zehn Menschen stecken.

Festgemauert in der Erden

…steht die Form aus Lehm gebrannt. Wer kennt noch aus alten Schultagen „Das Lied von der Glocke“ von Schiller? Genauso festgemauert sind unsere Einstellungen, unsere Sicht auf die Dinge. Es kann einfach nichts anders werden, wenn wir unsere Form zu denken nicht ändern. Auch wenn wir es nicht glauben möchten: jede und jeder hat seine ganz persönliche Form in seinem Karton zu leben und hält diese auch noch für richtig.

Sie sind gekündigt

Vielleicht kennen Sie aus den amerikanischen Filmen die Szene, in der einer Frau oder einem Mann gekündigt wurde. Die Entlassenen räumen die persönlichen Dingen aus Ihren Schreibtisch in einen Karton und müssen sofort die Firma verlassen. Das Leben kündigt uns auch manchmal. Der liebgewonnene (Arbeits)Platz muss geräumt werden und wir sind gezwungen einen Karton zu packen mit den Dingen, die uns persönlich wichtig sind. Sie nehmen ein paar Dinge mit auf Ihrer Reise. Doch welche?

Eine volle Tasse Tee kann niemand füllen*

Bevor Sie sich diese Frage stellen, gehen Sie besser einen Schritt zurück. Stellen Sie sich vor: Der Karton, in den Sie alles packen möchten, ist bereits voll. Er ist schwer. Wovon würden Sie sich als Erstes trennen, um Platz für Neues zu schaffen? Also trennen wir uns erst von einigen Dingen, bevor wir etwas Neues beginnen.

*Im fernen China fragte ein junger Mann seinen Meister, was er tun könne, um noch besser zu werden. Der Meister bot dem jungen Mann eine Tasse Tee an und fing an einzugießen. Er sagte nichts. Der junge Mann fragte erneut:“Meister, was kann ich tun, um noch besser zu werden?“ Während dessen füllte sich die Tasse mit Tee. Als sie voll war, lief der Tee an ihr herunter und der junge Mann zog die Tasse blitzschnell zurück. Die Chinesen sagen: „Eine Tasse, die voll ist, kann niemand füllen.“

Erst hinaus und dann hinein

Entscheiden Sie sich bewusst, wovon Sie sich trennen möchten. Dazu ist es notwendig, dass Sie wissen, woran Sie hängen. Stellen Sie in Gedanken Ihren Lebenskarton vor sich hin. Öffnen Sie ihn. Was sehen Sie als erstes? Ein Haus, ein Auto, vielleicht ein Boot. Sie sehen Ihre Wohnung, mit allen Möbeln darin. Bilder, die Küche. Wenn Sie etwas tiefer kramen, dann finden Sie die Menschen, mit denen Sie zu tun haben darin. Noch tiefer vielleicht Bilder von Menschen, die in ihrem Leben einmal eine Rolle gespielt haben. Dann am Grund des Kartons Erinnerungen, Ereignisse und Erlebnisse. Der Karton ist randvoll. Was nehmen Sie heraus, wovon sind Sie bereit sich zu trennen? Seien Sie sich dessen gewiss: zuerst muss Platz geschaffen werden.

Angst sich zu trennen

Wir haben Angst vor der Leere. Was ist, wenn wir uns von Dingen trennen, die wir vielleicht in Zukunft irgendwann einmal gebrauchen können? Was ist, wenn wir auf einmal allein sind und danach nichts mehr kommt? Was, wenn uns die Anerkennung versagt wird, weil wir uns für einen neuen, spannenden Weg entschieden haben?

Vorbilder

Die anderen machen es genauso. Stimmt. Es gibt Dinge, die für den einzelnen gut sind, weil eine Herde anderer sie genauso machen. Das eigene Lebenskonzept gehört nicht dazu. Vorbilder sind nur Bilder. Ein zweidimensionaler Abklatsch eines Lebens, das viel bunter, interessanter und reichhaltiger sein kann, wenn wir ihn als das betrachten was er ist: ein Bild. Welche Leitlinien können wir zur Unterstützung wählen?

Leitlinien

Erfahrungen von Mentoren – von Menschen, die sich dem Thema intensiv gewidmet haben – sind sehr hilfreich. Müssen aber mit einer Portion gesunder Skepsis genommen werden. Ein Streifzug durch Philosophie, Religion, Ethik und andere Wissenschaften bringt oftmals mehr Verwirrung als Klarheit. An dieser Stelle ein kleiner Tipp: Kopf raus aus dem Karton und mit dem Bauch „denken“. Wenn wir etwas hören oder lesen, klingt in uns Ablehnung oder Zustimmung.

Ein Weg

Ein möglicher Weg ist das DAOKONZEPT. Mit diesem Ansatz entwickeln Sie sich ganzheitlich.

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Mut zur Veränderung

Haben Sie den Mut zur Veränderung? Dann habe ich für Sie eine gute Nachricht: Es gibt nichts Verlässlicheres als die Veränderung, denn eines ist sicher: Dinge werden sich verändern, Menschen werden sich ändern und allgemein die Anforderungen, die sich in Ihrem Leben stellen, werden sich ändern. Jetzt gilt es sich darauf einzustellen und die festgefahrenen Denkgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen.