Der Schrei nach … Fixum


Schrei-nach-Fixum-R1Wer jetzt gemeint hat, dass der Satz mit „Freiheit“ weitergeht, irrt sich gewaltig. Was ich erleben darf, wenn Menschen das Wasser sprichwörtlich und im wirtschaftlichen Sinn tatsächlich bis zum Hals steht, ist irritierend (vorsichtig ausgedrückt).

Vielmehr erlebe ich, dass der Satz mit „Fixum“ fortgeführt wird. Und davon will ich eine kurze Geschichte erzählen.

Bei einem meiner Kunden läuft es wirtschaftlich im Moment nicht so gut. Wir sitzen also zusammen und überlegen uns Lösungen, denn das Problem ist bekannt. Wer mich kennt, weiß, dass ich bei gewöhnlichen Problemen ungewöhnliche Lösungen anbiete, weil nur so erfahrungsgemäß eine Veränderung herbeigeführt werden kann.

Er: „Herr Bösebeck, ich habe derzeitig einen Auftragseinbruch. Die laufenden Kosten fressen mich auf. Haben Sie eine Lösung, eine Anfrage oder einen Auftrag?“

Ich: „Ich überlege mir etwas.“ Und dann setzt sich die Kopfmaschine in Gang. Ich überlege hin und her. Und ich finde eine Lösung (welche tut hier nichts zur Sache)*.

Er: „Da hört sich gut an, mit welchen festen Umsätzen kann ich kurzfristig rechnen? Ich möchte noch im laufenden Monat eine Rechnung schreiben – besser ich hätte gleich einen regelmäßig laufenden Auftrag.“

Hä? Wie? Das sind die Momente, in denen mein Leben vor meinen Augen abläuft. Was ist falsch gelaufen in meinem Leben, dass ich den Eindruck vermittele, dass Merlin und Harry Potter im Vergleich zu mir Zauberlehrlinge seien? Ich will erläutern, wie meine Welt nach dieser Äußerung aussieht:

Ich lasse niemanden im Stich, der in meinem Team ist. Sein Problem ist mein Problem. Ganz persönlich. Bevor ich keine Lösung finde, habe ich so viele Optionen durchdacht, dass die Energie reichen würde eine mittelgroße Kleinstadt einen Monat lang zu erleuchten. Ich stoße Türen auf, sorge für Wege aus der Sackgasse.

Was ich nicht tue: ich trage niemanden auf meinen Schultern durch diese Türen und ich ziehe meine Grenze deutlich dort, wo wir das Feld der Vernunft verlassen. Selbstständig zu sein, heißt frei zu sein. Und das gilt für alle Seiten der Medaille.

Wir haben die Freiheit zu scheitern, die Freiheit jederzeit unser Schicksal in die Hand zu nehmen oder die Beine in die Hand zu nehmen und weg zu laufen. Und ich nehme mir die Freiheit zu sagen: Stop.

* ok, zu den Lösungen, die ich angeboten habe:

  1. zwei Kontakte, die zukünftig Beauftragungen auf Provisionsbasis nach sich ziehen – keine Investition, kein Risiko
  2. ein Geschäft – monatliche Investition 70,- EUR und folgendem Erfolgsversprechen: „Wenn du aktiv bist, das Geschäft einfach betreibst und nicht verkaufst, wirst du erfolgreich sein.“