Alles selbst gemacht.


ILeberwurst-Dose-R1ch halte mit meiner Frau an einem Laden an der Landstraße.“Der etwas andere Hofladen“ steht dort. Figuren aus Keramik, Tiere aus Birkenreisig, Figuren aus Metall und dazwischen eine Tafel auf der mit Kreide geschrieben steht: „Frische Eier, Kartoffeln“

Wir gehen mit unserem Hund auf das Hofgelände. Niemand ist da. Schon nach kurzer Zeit betritt der typische Bauer den Hof und begrüsst uns freundlich. Meine Frau, unser Hund und ich betreten mit dem Bauern das Lädchen. In einem Regal stehen Eierkartons, auf einem anderen Regal sehe ich Wurst in Dosen mit der Aufschrift „aus eigener Schlachtung“.

„Bitte geben Sie uns 10 Eier. Ich sehe, Sie haben Wurst aus eigener Schlachtung?“, frage ich. Der Bauer gibt zu:“Nun ja, die Wurst stammt aus dem Hunsrück. Meine Frau kommt von daher.“ Hhmm, ich bin verdutzt. Meine Frau entdeckt ein Glas Marmelade. Apfel und Tomate. „Das hat meine Frau selbst gemacht“, wirft der Bauer noch ein. Wir nehmen ein Glas. Dazu die Eier. „Und die Hühner haben Sie auch hier auf dem Hof?“, frage ich. „Nein, ja wissen Sie so eine Maschine zum Aufdrucken des Haltbarkeitsdatums ist unheimlich teuer. Wir haben einen Betrieb ca. 20 km von hier, von dort aus nehmen wir die Eier mit.“ Mich beschleicht ein Verdacht. Was wenn ich jetzt sehen wollte, wie die Hühner leben. Freilaufend? Bodenhaltung?

So sieht „selbstgemacht“ und aus „eigener Schlachtung“ nicht aus. Vielleicht ist der Mann auch gar nicht verheiratet. Und es könnte auch sein, dass er überhaupt kein Bauer ist. Jedes Mal, wenn ein Interessent den Hof betritt, zieht er sich eine grüne, schmutzige Latzhose an, streift zwei grüne Gummistiefel über und trottet in schluffigem Gang auf die potenziellen Kunden zu.

Was muss Werbung und Marketing sein? Die Grundsätze sind einfach. Klar und wahr. Deshalb bekommen meine Kunden immer das, was ich selbst mit meinem guten Namen unterschreiben kann – individuell und nichts aus der Dose.